Seltenes Glück

Von Franz (Fotos) – Manchmal gibt es diese Tage, an denen hat man richtig viel Glück. Ich umrunde mal wieder mit dem Fahrrad den Phoenixsee und halte zunächst auf der Kulturinsel in der Nähe der hier aufgestellten Thomas-Birne (Relikt aus der Stahlzeit). Auf dem Wasser und am Ufer die üblichen Verdächtigen: Nilgänse, Blässhühner und Reiherenten. Da wuselt nicht weit von mir im Gras ein kleineres Wesen. Mit dem Teleobjektiv erkenne ich einen Flussregenpfeifer. Vorsichtig lasse ich mich auf dem Boden an einer Mauer nieder und beobachte den am Phoenixsee erstmals von mir gesichteten und im Bestand gefährdeten kleinen Vogel. Er klettert auf den Felsen am Ufer und versucht nach einem fliegenden Insektenpaar zu schnappen. Der Versuch misslingt. Dann läuft er wieder durch das Gras, verharrt kurz still und sucht nach Insekten. Schön, dass er sich durch mich überhaupt nicht gestört fühlt und sogar bis auf 4-5 m herankommt. Glücksmoment! Aus dem Schilfgürtel am nördlichen Ufer erklingt der zarte Gesang eines Teichrohrsängers. Die kleinen Vögel halten sich unten im Schilf auf und bauen dort auch ihr Nest. Ich lausche und schaue und schließlich kann ich ihn doch noch zwischen den dichten Halmen entdecken.

Flimmerde Luft

Ein paar Tage später fahre ich zu den Woeste-Teichen nördlich von Bad Sassendorf. Es ist warm, was für die Tierfotografie durchaus ein Nachteil sein kann. Auf einem Acker hocken acht Hasen und sonnen sich. Die Luft flimmert über dem aufgewärmten Feld und sorgt leider für Unschärfen in meinen Telefotos. Zwischendurch jagen sich einige Hasen und lassen sich dann zu einer „Lagebesprechung“ nieder. Schön zu beobachten, nicht so gut zu fotografieren. Aus der Beobachtungshütte am Woeste-Teich entdecke ich Kampfläufer und Bruchwasserläufer, die im Uferbereich durch das Wasser waten und nach Nahrung suchen. An einer Schlammpfütze nehmen Mehl- und Rauchschwalben feuchte Erde für ihren Nestbau auf. Gut, dass es hier noch solche Plätze für die Schwalben gibt.

Der Kuckuck ruft

Weiter geht es zu den Ahsewiesen. Ich laufe am Beobachtungsturm los. Aus dem Gebüsch am Wegesrand  erklingt der wunderbare und recht laute Gesang einer Nachtigall. Sie sind so schwer im dichten Geäst zu finden und noch schwerer zu fotografieren. Mir gelingen nur ein paar Fotos, dann flüchtet der Sänger, weil hinter mir laut redende Fussgänger vorbeilaufen. Bis zur 2,5km entfernten Beobachtungshütte am westlichen Ende der Ahsewiesen habe nichts mehr auf die „Platte“ bannen können. Unterwegs höre ich immer wieder einen Kuckuck rufen. Wie gerne würde ich ihn mal aus der Nähe sehen und noch besser auch fotografieren. In der Hütte sitzen zwei Naturfotografieren und erzählen von einem Kuckuck, der schon mal unweit auf einem Baum sitzt und seinen Ruf über die Wiesen schickt. Was soll ich sagen, kaum haben wir darüber gesprochen, schon lässt er sich oben in einer Weide in großer Distanz nieder. Ich bin schon glücklich, ihn überhaupt einmal zu sehen. Kurz darauf fliegt er zu einem großen Busch. Durch das Teleobjektiv kann ich ihn kaum erkennen, nur in der Vergrößerung auf dem Display wird er deutlicher sichtbar. Jetzt erkenne ich einen zweiten Kuckuck, der weiter hinten im Geäst sitzt. Bahnt sich hier eine Partnerschaft an? Dann fliegt der  Kuckuck wieder auf und lässt sich für ca. eine Minute auf einem deutlich näheren Zaunpfahl nieder. Ich kann mein Glück kaum fassen. Auch die Kollegen sind begeistert. Auf dem Rückweg entdecke ich im hohen Gras und weißem Blütenmeer noch einen Gr0ßen Brachvogel und einen kaum sichtbaren Hasen. Und dann noch dass: der Kuckuck fliegt rufend über mir zu einem Baum, lässt sich dort kurz nieder und fliegt weiter. Seltenes Glück!!!

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