Bunte Haard

von Franz (Fotos) – Ich kann es nicht oft genug wiederholen. Die Haard zwischen Datteln, Oer-Erkenschwick und Haltern ist für mich das schönste Wandergebiet in der Umgebung von Dortmund. Wenn dann noch das Wetter stimmt und die Sonne die herbstlichen Farben zum Leuchten bringt, empfindet man pures Glück, jederzeit die Wanderschuhe schnüren zu können. Wir starten diesmal vom Wanderparkplatz am Haardgrenzweg bei Marl Sinsen und laufen großteils auf den Runden des Hohe Mark Steigs, der als Fernwanderweg zwischen Olfen und Wesel konzipiert ist aber in der Haard auch einige Schleifen zu bieten hat. Schon nach wenigen Schritten tauchen wir in den wunderschönen bunten Kiefern-, Eichen-, Lärchen- und Fichtenwald ein. Zwar haben schon viele Bäume ihre Blätter verloren, aber zumindest die Lärchen leuchten im Sonnenlicht noch goldgelb bis braun. Unter den Bäumen steht in oft dichtem Bewuchs der jetzt braune Farn in herbstlichen Farben.

Verwunschene Stimmung

Unsere erste Anlaufstation ist der kleine See Brinksknapp und seine umgebenden Feuchtwiesen. Aus einem ehemaligen Sprengtrichter entwickelte sich hier ein flaches Gewässer, das vielen Amphibien- und Libellenarten einen wichtigen Laichplatz bietet. Seit 1991 ist der Feuchtwiesenbereich mit seinem noch intakten Hochmoor und der See unter Naturschutz gestellt. Wir laufen auf schönen Pfaden weiter Richtung Feuerwachturm auf dem Rennberg und queren das Naturschutzgebiet Schwarzer Berg. Hier stehen viele knorrige Eichen, die eine fast schon verwunschene Stimmung erzeugen, was gerade im Spätherbst und Winter sehr schön zu beobachten ist. Die Wuchsform ist wohl durch die frühere Nutzung als Niederwald entstanden, wobei die Bäume schon nach 30 Jahren gefällt wurden. Am Rennberg angekommen, erklimmen wir die etwas über 140 Stufen bis zur Aussichtsplattform mit einem bei klarem Wetter weiten Blick in das Münsterland und das Ruhrgebiet. Unter uns die dicht bewaldete Hügellandschaft der Haard. Das Glück ist uns mal wieder hold und wir können den Panoramablick bei fast klarer Sicht genießen.

Trompetende Kraniche

Während unserer Wanderung ziehen immer wieder Gänse- und Kranichzüge über uns hinweg. Vor allem die Kraniche kann man wegen ihrer trompetenden Unterhaltung schon von weitem hören. Wir haben aber Mühe, sie zwischen den Bäumen zu erblicken. Ausgerechnet, als wir auf dem Feuerwachturm sind, ziehen aber keine Kraniche an uns vorbei. Na ja, man kann eben nicht alles haben. Dann will ich Martin noch die ehemalige Gernequelle zeigen. Der Gernebach hat einmal die riesigen Fischteiche bei Ahsen gespeist, ist aber seit vielen Jahren ausgetrocknet. Am Ufer führt ein schmaler Pfad durch den im Sommer beinahe mannshohen Farn. Ein sehr schöner Wegabschnitt. Am Ausflugslokal Mutter Wehner vorbei, leider montags geschlossen, wandern wir schließlich zum Parkplatz zurück. Wieder mal eine tolle Wanderung in meinem Lieblingswandergebiet.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*
Website