Eine schillernde Tour

Von Franz (Fotos) und Michael (Text) – Mann, Tüpen gibt es, die beschweren sich nach drei Dürrejahren nun über das üppige Grün. Echt, in Lennestadt hat sich ein Stadtverordneter darüber mokiert, dass Büsche und Sträucher in der Gemeinde wuchern und niemand beschneidet sie. Also die Bauhof-Mitarbeiter.
Wir schauen von Windhausen bei Attendorn hinunter auf die mehr oder weniger sanft aufgeworfene grüne Weidelandschaft und freuen uns einen Ast, weil mit der feucht-warmen Witterung auch die Pilze schießen. „Ich habe die ersten Pfifferlinge in diesem Jahr gepflückt“, berichte ich Martin. Er entgegnet: „Und ich den ersten Schusterpilz gegessen.“ Gefunden im Dortmunder Rombergpark neben dem Gewächshaus. Mann, was freuen wir uns! Windhausen runter posieren die ersten Perlpilze am Wegesrand und Martin bedient sich.

„Sieht aus wie eine Alm”

Hinter Keseberg auf der anderen Straßenseite hinunter kann man oben am Horizont eine große Wiese erspähen, eine runde grüne Kuppel mit Weidevieh darauf. „Sieht aus wie eine Alm“, meint Franz. Ist wohl auch eine. Ein Spaziergänger hat unser Interesse an der Natur mitbekommen. „Wenn Sie sich beeilen, können sie weiter unten im Tal einen Schwarzstorch sehen“, sagt er. Der Schwarzstorch hat sich in der Zwischenzeit dünne gemacht, schade. Die Waldstörche haben sich in den letzten Jahren im Sauerland leise breit gemacht. Über Elspe kreisten kürzlich drei von ihnen, den Hausberg fliegen sie diagonal an und schrauben sich in der Thermik in den Himmel. Bei einem Aktionsradius von fünf bis zehn Kilometern um den Horst müssten sie nicht weit entfernt nisten.

Bremsen wandern mit

Vor einem Fichtenhain hängt ein Straßen-Warnschild am Baum. Vorsicht, Zecken. Haha, sicher kaum im Wald, eher in den später folgenden grasüberwuchterten Wegen. Was uns stärker plagt sind Bremsen, sie wandern Stück für Stück mit. Gibt‘s da keine Stop-Schilder für?
Wegetechnisch mäandern wir unterm hohen „W“ für Windhausen und treffen auf nie zuvor gehörte Namen: Rauterkusen (Weiler), Kohlhahn (Berg, 421 m) und Am Waterland (outdooractive) bzw. Zum Waterland (open street map). Watt den nu? Immerhin können wir versichern, dass es eine schöne Tour durch offene Landschaft ist, die immer wieder weite Blicke gestattet.

„Ein Schillerfalter!”

Und dann kriegt Franz die Krise! „Ein Schillerfalter, so selten!“ (Spoiler: Es wird nicht der einzige bleiben, insgesamt waren es drei). Das Insekt führt uns (Franz) erstmal an der Nase rum, zu flatterhaft für ein ordentliches Foto. Dann aber! Franz kniet, kriecht, robbt mit seiner Optik an den Falter heran (making of: guckst Du hier), der schamlos vor der Linse posiert. Es sind diese kleinen, wunderbaren Entdeckungen, die eine Wanderung perfekt machen.

Auf eine höhere Gefühlsebene

Oben auf dem Langstreckenwanderweg Höhenflug hat sich links und rechts des Weges der Borkenkäfer satt gefressen und im Hinblick auf den Rückweg, der noch vor uns liegt, muss man sagen: Die Verwüstungen abzuschreiten ist leider interessanter, als die öden Forstwege abzulatschen, die den Machern des Höhenflugs hier als Streckenführung eingefallen sind. Erst kurz vor Windhausen verengt sich der Weg und führt als Pfad hinter der Alm her, die wir von unten beobachten konnten. Im Vordergrund eine große Viehherde, Ammenhaltung mit zahlreichen Kälbern, und dahinter ein Blick bis auf den Biggesee. Ein Panorama-Balkon von vielleicht nur 150, 250 Metern. „Aber er hebt dich auf eine höhere Gefühlsebene“, meint Achtsamkeitsexperte Franz. Jo!

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