Kein zweites Mal?

Von Franz (Fotos) und Michael (Text) – Kein zweites Mal? Formulieren wir das mal als vorsichtige Hypothese, weil wir uns kaum eine Woche später erneut in Kierspe einfinden. Ein typischer Anfängerfehler, weil es beim ersten Mal so schön war, warum nicht auch beim zweiten?
Wieder Parkplatz Dürenerhaus, wieder schönes Wetter, wieder die Frage: Wird es wieder so schön? „Ich wollte wissen, ob es mir noch mal so gut gefällt“, argumentiert Franz, der Streckenwart, und meint: „Bis jetzt schon.“ Jo, wir sind ja gerade mal ungefähr 267,3 Meter eingetaucht (diesmal im Uhrzeigersinn) in diese wellige Parklandschaft, blauer Himmel, grüne Kuppen. Erst ein schöner Waldweg, dann Teer, Teer, dann eine Kuhweide mit Elektrozaun, über den wir unseren Schritt umsichtig drüberheben. Der nächste Hof (Haustätte?) hat einen Tümpel, aus dem interessanterweise Schwalben im Tiefflug tanken. Sie titschen kurz über die Oberfläche und nehmen dabei Wasser auf. Hinter dem Hof Kurven, Höhen, grüne Mulden.

Gernot-Hassknecht-Modus

Weil wir zunächst Teilstrecken der alten Tour abmetern, gibt es wenig Neues. Also geben wir mal zur Abwechslung den Gernot Hassknecht und REGEN UNS AUF! 750 Milliarden Euro will die deutsche EU-Kommissionspräsidentin zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise ausgeben; 500 Mrd. davon als Grants, also Kohle für umsonst, ohne jede Auflage, Geld, das künftigen Generationen fehlen wird. Warum soll die EU und Deutschland Konzerne stützen, die im Vorjahr Milliardengewinne einfuhren? Jeder Kurzarbeiter ist in den Arsch gekniffen und muss im Notfall an seine Ersparnisse gehen, während Konzernbosse kurz die Schultern zucken: Sorry, das mit den Gewinnen war vor Corona. Wir meinen: Europa und seinen Haushalt nicht den Leyen überlassen (Copyright: Martin Sonneborn). JETZT eine ordentliche europaweite Finanztransaktionssteuer auf Börsengeschäfte erheben, JETZT den globalen Internetkraken Google, facebook, etc. überhaupt erstmal Steuern abnehmen, fordern wir als wanderndes Portal für finanzpolitischen Sachverstand. Gut, das mit der eigenen Einkommenssteuererklärung müssen wir noch üben (Hassknechtmodus aus).

Sensation, Sensation! Käfer essen Fichte auf

Dann können die Schlenderer erstmals weltweit exklusiv beobachten, wie Buchdrucker und Kupferstecher live eine Fichte aufessen. Krümelige braune Mehlhäufchen, wie feiner Kaffeeprütt, überzieht die Borke gefällter Stämme. Hier und da krabbelt ein Borkenkäfer durch den Mulch. Franz rückt ihnen mit dem Makro-Objektiv auf die Chitinpelle.

Ein See, komplett eingezäunt

Die Wanderwege A3 und A6 entpuppen sich als schlecht ausgeführte Asphaltstrecken. „Wie kann man so etwas als Wanderwege auszeichnen?“ fragt Franz in Richtung SGV Kierspe. Die Kerspe-Talsperre entpuppt sich ebenso als Nullnummer. Warum sperrt man einen See, auch wenn er der Trinkwasserversorgung dient, rigoros und vollständig durch Stahlzäune ab, Wupperverband? Trotz Wasserschutzzone I müsste eine Umrundung auf Wegen doch möglich sein. Bis Mühlenschmidthausen nichts als Teer, und als wir dort nach der alten Gießerei Schwanke fragen, meint ein Anwohner: „Da kommt man nicht dran, eingezäunt.“ Kein zweites Mal!

Aus Staren werden wundersame Weise Meisen

Der Rückweg über Rinschen-Schmidthausen und den Markhagen (Gras, Gras, Gras!) entschädigt ein wenig. Kurz vor dem Parkplatz Dürenerhaus biegen wir wieder (!) in den Waldlehrpfad ein. Franz will noch mal einen Blick in die Nistkästen werfen. Wir werden erneut Augenzeuge einer biologischen Sensation! Aus den nackten Jungvögeln, die Franz in der Vorwoche im Starenkasten aufgenommen hatte, sind wie durch ein Wunder Blaumeisen geworden;-)) Und aus dem vermeintlichen Meisengelege in einem anderen Kasten sind in der Zwischenzeit Baumläufer geschlüpft.

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