Von Franz – Ich „schwör“, so nah hatte ich die scheue Wasserralle und den schillernden Eisvogel noch nicht vor der Linse. Geschehen an diesem Sahnewochenende bei knackigen Temperaturen und trotzdem noch gerade wärmender Sonne am Phoenixsee. Am Samstagmittag stehe ich mit einigen anderen Fotografen/-innen am östlichen Teil des Sees und warte auf die Schellenten, die wir durch das Fernglas weit draußen auf dem See gesichtet haben. Hier hat sich eine Eisschicht mit einer schönen Trennlinie zum „offenen“ Wasser gebildet. Der Blick geht immer wieder Richtung Schilfgürtel, vielleicht sonnt sich ja wieder einer der Rohrdommeln am Schilfrand. Pustekuchen, machen sie heute nicht. Dafür kommt der Schellentenerpel immer näher. Die Spiegelung des von der Sonne angestrahlten Schilfs zaubert ein warmes Licht auf das Wasser. Die Schellente schwimmt genau durch die Warmlichtzone, dreht ab und entfernt sich leider immer weiter Richtung Schilf. Durch die lange „Tüte“ kann ich aber die schöne Balz des Erpels erkennen, er legt den Kopf in den Nacken und wirbelt mit den Füssen das Wasser auf. Fein gemacht!
Verliebte Stockenten
Am Rand des Eises steht ein Stockentenmännchen, auch er im schönen warmen Licht. Nach kurzer Zeit steigt er ins eiskalte Wasser (brrrrr….), schwimmt auf sein Weibchen zu und die Balz der Stockenten beginnt. Immer wieder dippen sie mit ihren Schnäbeln ins Wasser, schauen sich „verliebt“ an. Das Weibchen macht sich im Wasser lang, das Männchen steigt seitlich auf, packt mit seinem Schnabel den Hals seiner Frau und die Paarung beginnt. Dabei döppt er sie mehrfach unter Wasser. Sieht heftig aus, aber nur so kann offensichtlich die Paarung ablaufen. Habe ich so auch schon bei anderen Enten gesehen.
Scheue Wasserralle vor dem Schilf
Nach einer klirrend kalten Nacht steigen die Temperaturen am Sonntag auf angenehme Minus 3 Grad. Vorsichtig radle ich über glatte Wege wieder zum See. Jetzt ist er bis auf eine eisfreie Stelle an den kleinen Inseln zugefroren. Ich warte auf dem östlichen Steg mit der wärmenden Sonne im Rücken auf die Rohrdommeln. Die lassen mich aber wieder im Stich. Dafür zeigt sich die scheue Wasserralle direkt am Schilf. Sie sonnt sich kurz auf dem Eis stehend und verschwindet wieder. Wie oft habe ich ihren markanten quiekenden Ruf schon aus dem Schilf gehört. Ich warte…, vielleicht zeigt sie sich ja wieder. Und tatsächlich, es dauert gar nicht lang und sie läuft relativ nah am Schilf entlang. Danke dafür!
Blick in die Pupille
Alle anderen Wasservögel bis auf ein paar Nilgänse und einen Schwan, der auf dem Eis hockt, dümpeln in der einzigen eisfreien Zone an den Inseln. Nichts wie hin, vielleicht sind die Schellenten ja noch unter den vielen Blesshühnern zu finden. So weit komme ich aber erst gar nicht. Auf dem abschüssigen Geländer an der Brücke über die Emscher hockt ein Eisvogel, stürzt sich in den Bach, kommt mit einem kleinen Fisch wieder hoch und lässt sich auf dem Betonrand der Brücke nieder. Er schüttelt den Fisch, schlägt ihn auf den Beton und wirft ihn gekonnt in den Schlund. Das ganze Schauspiel so nah, dass viele Spaziergänger auch auf den Eisvogel aufmerksam werden und total „aus dem Häuschen“ sind. Mir gelingen sogar Fotos von dem blauen Pfeil, wie er mit einem Fisch im Schnabel aus dem Wasser auftaucht. Jüppiheije! Immer wieder lässt er sich so nah nieder, dass ich ihm mit dem Tele in die Pupillen schauen kann. Well done!Und dann noch das! Eine Wasserralle fliegt herbei, landet direkt vor der Brücke am Emscherufer und beginnt mit der Nahrungssuche. Total verblüfft lasse ich die Kamera ihre Arbeit tun und kann nur noch staunen, dass gerade an dieser Stelle, wo sich so viele Phoenixseespaziergänger tummeln, zwei wunderschöne Vögel so nah zeigen, wie ich ihnen noch nie gekommen bin. Aus fotografischer und Vogelliebhabersicht ein Sahnewochenende.
- Samstag: Stockente putzt sich…
- …steigt ins Wasser…
- …und schwimmt zum Weibchen.
- Die Balz beginnt.
- Immer wieder dippen sie…
- …mit dem Schnabel…
- …ins Wasser
- …
- …
- …schauen sich verliebt an.
- …Das Weibchen macht sich lang…
- …der Erpel steigt seitlich auf…
- …die Paarung beginnt.
- Der Erpel hält sie…
- …mit dem Schnabel…
- …am Hals fest…
- …und taucht sie unter.
- Er steigt ab, sie taucht auf.
- Stolz geschwellte Brust…
- …beim Erpel.
- Schellente im warmen Licht…
- …, reflektiert vom Schilf.
- Er balzt mit erhobenem Kopf.
- Kopf empor und Wassertreten.
- Nilgans hat Hunger…
- …und bettelt.
- Schwan ruht auf dem Eis.
- Der östliche Steg.
- Zugefrorener Phoenixsee
- Hier zeigt sich die Wasserralle.
- Sie läuft auf dem Eis…
- …am Schilf entlang.
- Sie sonnt sich kurz…
- …und schlittert weiter.
- Die Sonne wärmt.
- Viel Betrieb am See
- An der Brücke über die Emscher…
- …zeigt sich ein Eisvogel.
- Er fliegt noch näher.
- Schöne dichte Portraits entstehen.
- Blick in die Pupille.
- Mit Fisch im Schnabel taucht er…
- …aus dem Wasser auf…
- …und landet direkt an der Brücke.
- Fisch betäuben…
- …und zurechtlegen…
- …mit dem Kopf voran.
- Erfolgreicher Jäger.
- Wasserralle an der Emscher…
- …mit schöner Spiegelung.
- Tiefes Eintauchen…
- …bei der Nahrungssuche
- Sie schwimmt davon.
- Eisfreie Stelle an den Inseln.









































































Hallo Franz, dass Du super tolle Fotos schießt, weiß ich spätestens seit Deinem Vortrag im Westfalenpark. Aber mit diesen Bildern hast Du Dich übertroffen. Meine Lieblingsfotos sind die Aufnahmen vom Eisvogel und der bettelnden Nilgans.
Liebe Grüße
Jörg
Hallo Jörg, ich freue mich sehr über den schönen Kommentar. Liebe Grüße Franz