Zwei Gipfel und ein erschöpfter Bergwanderer

Von Franz (Fotos) – Im Juli 2018 wurde Kreuth als vierte Gemeinde in Deutschland vom DAV zum Bergsteigerdorf gekürt.

https://www.alpenverein.de/Natur/Alpine-Raumordnung/Bergsteigerdoerfer/

Zeitgleich wurde der Bergsteigerbus von Kreuth initiert und bietet nun vier zusätzliche Fahrten von Kreuth zum Achensee an. Ich nehme gleich den ersten Bus um acht Uhr, den ich von Rottach-Egern mit dem Fahrrad durch das wunderschöne Weissachtal erreiche. So ganz scheint sich der Bergsteigerbus noch nicht herumgesprochen zu haben, denn ich bin der einzige Fahrgast bis zum Einstieg meiner Tour am Haltepunkt Tegernseer Hütte. Ich möchte zwei Gipfel besteigen – den Roßstein und den Leonhardstein, der als imposante Nadel über Kreuth thront.

Exponierte Lage

Vom Haltepunkt Tegernseer Hütte geht es sofort steil durch schönen Bergwald hinauf. Auf der Sonnberg-Alm bietet sich ein toller Blick auf Roßstein und Buchstein mit der exponiert gebauten Tegernseer Hütte. Teilweise die Hände zu hilfe nehmend erklimme ich den Roßstein. Die ersten 850 Höhenmeter sind geschafft. Die Sicht bis zum Achensee und dem Alpenhauptkamm ist gigantisch und links von mir der Buchstein und die Hütte, die auf einem Grat thront. Einfach toll!

Auf der Aussichtsterrasse der Alpenvereinshütte genieße ich eine leckere Maultaschensuppe und lasse bei herrlichstem Sommerwetter (etwas zu heiß) die Seele baumeln. Dann geht es an den Abstieg, der direkt an der Hütte beginnt. Vorbei an Kühen auf der Roßstein-Alm führt der Weg in den Bergwald unterhalb des Buchstein. Schön, im Schatten ist es etwas kühler und der Pfad ist ein Traum. Leider endet er bald und geht in einen breiten Wirtschaftsweg über, dem ich talwärts folgen muss. Bis hinunter zum Schwarzenbach kürzt man glücklicherweise zwei mal über Pfade die Serpentinen des Wirtschaftsweges ab. Vom Schwarzenbach muss ich aber wieder auf dem heißen Schotter des Fahrweges laufen.

Die Beinmuskulatur brennt

Am Fuß des Leonhardsteins überlege ich, ob ich die ca. 300 Höhenmeter hinauf noch in Angriff nehme. Die Hitze hat mir doch ganz schön zugesetzt. Nach einer kurzen Rast am Spitzergraben mache ich mich aber doch an den steilen Aufstieg. Die Muskeln brennen, aber gut 35 Minuten später erreiche ich den Gipfel und freue mich über die schöne Aussicht auf Tegernsee, Kreuth und die Blauberge. Dann geht es an den Abstieg hinab nach Kreuth. Ein angenehmes Bad im Warmwasserbad Kreuth lockert die verspannte Muskulatur, bevor ich mit dem Fahrrad das Weissachtal hinunter nach Rottach-Egern rolle.

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