Frischer Schnee und verschlungene Pfade

Von Franz (Text und Fotos) – Es gibt diese Tage, da passt ziemlich viel zusammen. Das Wetter sollte nach den trüben Tagen endlich mal wieder aufklaren. Trotz anderslautender Wettervorhersage hängt über Dortmund allerdings noch eine dunkle Wolkendecke. Martin und ich fahren nach Iserlohn und fahren tatsächlich in die gerade aufgehende Sonne, darüber spannt sich ein zunehmend blauer Himmel. Ziel ist mal wieder der Iserlohner Stadtwald mit Start vom Wanderparkplatz an der Teichstraße.

Nicht ohne Sonnenschutz

Auf wunderschönen Pfaden laufen wir in südlicher Richtung bergauf. Die Lärchen tragen noch ihre gelb-braunen Nadeln und leuchten vor dem dunkleren Himmel im Nordwesten. Darüber schimmert noch der Vollmond. Es ist doch noch nicht alles so farblos. Zum Blau des Himmels gesellt sich je höher wir kommen noch das Weiß des frisch gefallenen Schnees. Fast schon ein Wintertraum. Die Wetterapp beweist, dass wir uns unter einem größeren Wolkenloch befinden, im Norden muss es wohl noch ziemlich verhangen sein. Glück gehabt. Auf morschem und feuchten Totholz hat sich Haareis gebildet. Die Eishaare entstehen in kalten Nächten mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit von 5 bis 10 Millimetern pro Stunde, solange genügend Wasser aus dem Holz nachgeliefert wird. Sehr schön anzusehen. Über die Sauerland Waldroute erreichen wir das Wiesenplateau beim Gut Holmecke und machen in der warmen Sonne eine Rast. Martin meint, dass man glatt noch Sonnenmilch hätte auftragen können. Nördlich vom Spielplatz der Mutter/Vater-Kind-Kurklinik „schlagen wir uns in die Büsche“. Der Einstieg zu einem schmalen und versteckten Pfad ist nicht ganz einfach zu finden. Wir sind ihn aber schon einmal in Gegenrichtung gelaufen, haben deshalb einen „Wissensvorsprung“ und genießen diesen wunderschönen Teil unserer Wanderung auf schmalen verschlungenen Wegen durch den Iserlohnen Wald.

Fast schon alpin

Durch einen Kahlschlag geht es nun bergab bis zum Ulmkebach. Wir laufen am Bach entlang, finden seltene Herbstlorchel-Pilze und erreichen den Einstieg zum Step Down. Mountainbiker nutzen wohl diesen steilen Pfad für ihre waghalsigen Abfahrten. Offensichtlich wird das von den Waldbesitzern nicht so gern gesehen, denn Baumstämme liegen als Hindernisse quer über dem Weg. Wir laufen auf dem fast schon alpinen Anstieg bis zum X4 Höhlenweg und „überschreiten“ dann auf dem Step Down A den 451m hohen Hilborn. Sehr schön pfadig. Es geht nun bergab Richtung Iserlohn. Auf der Suche nach einem Pfad, der zwar auf der Karte gestrichelt eingezeichnet, aber nicht mehr auffindbar ist, möchte Martin sich durch Brombeergebüsch schlagen. Da ich aber unsere Strecke in outdooractive aufzeichne, bin ich dafür, auf dem „Normalweg“ weiterzulaufen. Martin meint, ich solle doch nicht „weicheiern“. Finde ich lustig.

Unsere Begeisterung wird geteilt

Uns wird noch ein Blick durch die Bäume auf Iserlohn gegönnt, bevor wir auf dem Aufstiegsweg wieder den Wanderparkplatz erreichen. Eine freundliche Hundebesitzerin erzählt uns noch begeistert von den schönen Wanderwegen im Iserlohner Stadtwald und versteht nicht so ganz, warum die Stadt nicht mehr Wert auf die Stärkung des Tourismus (z.B. durch eine bessere Ausschilderung) in ihren Wäldern legt. Wir teilen ihre Begeisterung und stellen fest, es gibt Tage, da passt ziemlich viel zusammen.

 

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