Von Sandregenpfeifern und Co.

Von Franz (Fotos) – Die Naturschutzgebiete Kleiner Binnensee und Sehlendorfer See in der Hohwachter Bucht habe ich in kurzer Zeit schätzen gelernt. An beiden Seen gibt es Möglichkeiten den Vögeln relativ nah zu kommen. Eine Fotostrecke über eine Wanderung um den Kleinen Binnensee mit Fotos von Vögeln, die in der Dünenlandschaft und den Salzwiesen heimisch sind, habe ich ja bereits veröffentlicht. Meine Kranichbilder sind in einer weiteren Fotostrecke zu sehen.

Der entscheidende Tipp

Das Hauptaugenmerk habe ich in diesem Artikel auf die Sandregenpfeifer, Zwerg- und Flussseeschwalben gerichtet. Der NABU Lütjenburg hat für die gefährdeten Sandregenpfeifer und Zwergseeschwalben gesperrte Schutzzonen am Strand eingerichtet. Besonders die Sandregenpfeifer halten sich nicht unbedingt an die „Sperrung“ und brüten auch im für die Badegäste zugänglichen Strandbereich. Zum Schutz dieser Gelege stellen Mitglieder des NABU zusätzliche Schilder auf und schützen sie mit Drahtkörben vor unbeabsichtigtem Platttreten durch die Strandgänger. Und dann habe ich mal wieder Glück. Am Strand in Höhe des NABU-Naturschutzhauses komme ich mit einer netten Frau ins Gespräch, die ihr Fernglas auf Sandregenpfeifer richtet. Wir berichten uns gegenseitig von unseren Brutplatzfundstellen und ich erzähle von meinem Wunsch, den Schlupf der Sandregenpfeiferküken hinter dem Lippehafen zu fotografieren. Die Eltern sitzen hier immer noch auf dem Gelege. Sie kann mir einen entscheidenden Tipp geben, denn sie beobachtet schon seit einer Woche junge Küken am westlichen Ende des Sperrbereichs unterhalb des Dünenplankenwegs und macht mich darauf aufmerksam, dass junge Sandregenpfeiferfamilien ziemlich standorttreu sind. Also, nichts wie hin. Und tatsächlich finde ich hier drei Küken noch außerhalb der Absperrung, die am Spülsaum immer wieder schnell trippelnd nach Futter suchen. Ich setze mich in den Sand an die Treppe vom Dünenübergang, bewege mich kaum noch und merke schnell, dass sich die Küken nicht von mir gestört fühlen. Sie laufen sehr nah an mir vorbei und nehmen mich kaum wahr. Die Eltern versuchen immer wieder durch ihre typischen Pfeiftöne, die Kleinen in die Nähe ihres früheren Brutplatzes im abgesperrten Strandbereich zu locken. Schließlich haben sie damit Erfolg. Hier noch einmal ein herzliches Dankeschön an die „Sandregenpfeifer-Fachfrau“.

Futterneid

Für die Flussseeschwalben gibt es auf dem Sehlendorfer See künstliche Brutplatzinseln, die auch gut angenommen werden. Hier kann man schön beobachten, wie die Altvögel immer wieder mit einem Fisch im Schnabel die Inseln anfliegen, aber von raffgierigen Artgenossen an der Übergabe an die Küken gehindert werden. Am liebsten würden sie den Fisch aus dem Schnabel der „Konkurrenten“ klauen. Ein Jungvogel möchte einen Nistponton entern. Aber ein Altvogel hat wohl etwas dagegen und attackiert den Nachwuchs heftig mit Schnabelhieben. Am Sehlendorfer See habe ich auch zum ersten Mal den prächtigen Goldregenpfeifer fotografieren können, während ich halbwegs gut getarnt hinter hohem Gras am Wegesrand gesessen habe. Ein Rotschenkel steht, umrahmt von zwei Austernfischern, mitten im seichten Fluss. Ein Distanzfoto.

Anpirschen und warten

Die Zwergseeschwalben in der Nähe des Lippehafens sind dagegen deutlich schwerer zu fotografieren. Sie fliegen in ziemlicher Distanz, rütteln kurz in der Luft und stürzen sich aus etwa 10m ins Wasser, um nach Fischen zu jagen. Oftmals vergeblich. Bluthänflinge und Feldlerchen sind auf ihren höheren Warten in den Dünen schon von etwas weiter zu erkennen. Dann hilft langsames Anpirschen auf dem Wanderweg und schauen, wo sie sich nach kurzem Auffliegen wieder niederlassen. Die Bluthänflinge nutzen dabei häufig den selben Busch oder die selben Zweige. Warten kann in der Tierfotografie tatsächlich helfen. Rauch- und Mehlschwalben sammeln am Rand einer Pfütze am Lippe-Hafen Nistmaterial. Ein Schnabel voller Matsche.

Ich bin froh, dass es in den Naturschutzgebieten der Hohwachter Bucht Möglichkeiten für die Vogelbeobachtung gibt. Ein herzliches Dankeschön an den NABU, der diese Plattformen eingerichtet hat und so das Interesse am Vogelschutz bei den vielen Ostseegästen wecken kann.

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