Vier auf einen Streich

Von Franz – In den vergangenen Wochen war ich immer mal wieder am Phoenixsee mit dem mir selbst gestellten Auftrag, Rohrdommeln zu fotografieren. Auf Ornitho wurden schon mehrfach Sichtungen gemeldet, nur ich bin nicht fündig geworden. Keine Ahnung, was ich falsch gemacht habe. Also bei schönstem Winterwetter wieder hin. Teile des Sees sind zugefroren, auch ein schmaler Rand am Schilfgürtel. Am Vortag sind dort drei Rohrdommeln entdeckt und fotografisch und filmisch im Whatsapp-Kanal unserer Birdergruppe veröffentlicht worden. Wenn das kein Ansporn ist.

Rohrdommeln in Serie

Kurz hinter dem Jachthafen entdecke ich durch das Fernglas am nördlichen Schilf die erste Rohrdommel in Phahlstellung. Kurz darauf hebt sie ab und fliegt ein Stückchen nach links, um sich oben im Schilf niederzulassen. Wunderbar, die erste Rohrdommel im Kasten. Ich hoffe natürlich auf mehr und laufe ein wenig weiter. Etwas versteckter sitzt eine zweite Rohrdommel im Schilf. Noch ein Stückchen weiter finde ich die dritte Rohrdommel. Breitbeinig steht sie auf dem dünnen Eis vor dem Schilf. Zu meiner großen Freude läuft sie noch ein wenig am Schilfrand entlang, bis sie im Schilf verschwindet. Die vierte entdecke ich neben einem Pfahl aber nicht sehr lange. Sie „verpieselt“ sich recht schnell.

Ein Adrenalinschub

Am östlichen Steg angekommen, treffe ich zwei Rohrdommelbeobachter. Stolz erzählen sie mir, dass sie soeben eine Rohrdommel anfliegend fotografiert haben und weitere Fotos ziemlich nah vor dem Steg machen konnten. Whow, das möchte ich natürlich auch haben. Also ist warten und beobachten angesagt. Zwei weitere Fotografen treffen ein. Fachmann Thorsten macht uns plötzlich auf eine Wasserralle aufmerksam. Kamera hochgerissen und schnell fotografiert, bevor sie wieder im Schilf verschwindet. Einfach schön, diese doch eigentlich sehr scheue Ralle auf die Speicherplatte bannen zu können. Bisher habe ich nur das erstaunliche Quieken mehrerer Wasserrallen am Phoenixsee gehört. Danke Thorsten! Das Warten auf die Rohrdommel lohnt sich aber doch noch. Aus dem Augenwinkel nehme ich eine heranfliegende Dommel war. Sie landet am Schilf recht nah am östlichen Steg, schüttelt erst ihr Gefieder und läuft zu meiner Freude auf dem Eis am Schilf entlang in unsere Richtung. Dann dreht sie um und verschwindet im Schilf. Eine weitere Dommel landet ein Stückchen weiter auf Schilfhalmen und balanciert ins Schilf. Auch diese Szene ist im Kasten. In der Wartezeit habe ich noch Tafelenten und Stockenten auf dem Eis fotografiert. Ein Stockentenpaar schlittert über die glatte Fläche. Einer Ente zieht es die Füße unter dem Hintern weg und sie verliert das Gleichgewicht. Schöne Szene! Glücklich radle ich nach dreieinhalb Stunden nach Hause, ohne gefroren zu haben. Der Adrenalinschub hat mich wohl warm gehalten. So sieht ein wunderschöner Fototag aus!

2 Kommentare zu “Vier auf einen Streich

  1. Gesendet: Sonntag, 28. Dezember 2025 um 18:41
    Von: „Andre“
    An: franzluthe
    Betreff: Phoenixsee
    Hallo Franz,
    ich gratuliere dir wieder einmal zu diesen fantastischen Rohrdommel- und Wasserrallen-Fotos. Nirgendwo sehe ich annähernd derart tolle Fotos.
    Ganz herzliche Grüße
    Andre

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