Ungewöhnliche Schönheiten

Von Franz (Fotos) – Meine Tochter ruft mich häufiger an, wenn sie bei einem Hundespaziergang etwas Außergewöhnliches in der Natur entdeckt hat. Ein Dachs kam ihr schon auf dem Wanderweg entgegen, Wildschweine stöberten durch das Unterholz, ein junger Nestflüchtling (Zaunkönig) saß auf einem Baumstamm und Rehe kreuzten den Weg. In der vergangenen Woche bekam ich um 20.30 Uhr eine wirklich euphorische Nachricht. Sie hat auf einem Weg in den Ruhrhöhen bei Wetter 131 Feuersalamander gezählt und konnte ihr Glück kaum fassen. Sensationell!!!

Fotografenglück

Am folgenden Abend begebe ich mich auch auf die Suche. Aus fotografischen Gründen (Restlicht) bin ich schon um 17 Uhr vor Ort und laufe die von ihr beschriebenen Wege ab. Enttäuschend, das pure Nichts, zumindest, was Feuersalamander angeht. Hätte ich mal den Informationen geglaubt, dass die Amphibien wenn es dunkelt auf die Jagd nach Nachtschnecken, Asseln und kleinen Weichkäfern gehen. So habe ich erst kurz vor 20 Uhr Glück und im Strahl der Taschenlampe taucht ein wunderschönes Exemplar auf. Ich lege mich auf den Boden, stelle einen Blitz seitlich auf, um den Salamander nicht unnötig zu blenden und mache ein paar Fotos. Schnell verliert der gelb-schwarze Geselle die Geduld und zieht sich in erstaunlichem Tempo an den Wegesrand zurück. Ich laufe weiter, entdecke schon in wenigen Metern den nächsten Feuersalamander und kann mein Fotografenglück kaum fassen. Bis 20.45 Uhr treffe ich auf dem Weg bergab noch auf vier weitere Lurche. Mehr werden es nicht und ich frage mich mal wieder, wie es meiner Tochter immer wieder gelingt, so erfolgreich beim Aufspüren von Naturschönheiten zu sein.

Leuchtende Ockerfarben

Zwei Tage später besuchen meine Frau und ich das Cappenberger Schloss und laufen anschließend durch den Cappenberger Wald. An einer der alten Eichen im Schlosspark wachsen orangefarbene Schwefelporlinge. In den Nahaufnahmen erinnern mich die leuchtenden Farben an Fotos, die ich vom Bryce-Canon in den USA gesehen habe. An einem alten Buchenstamm im Cappenberger Wald wachsen Buchenschleimrüblinge und Lungenseitlinge. Sie werden durch das lichte Blätterwerk wunderschön von der Sonne beleuchtet. Besser kann man es kaum malen. Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt und ich freue mich, zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein.

 

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