Echt die Schärfe

von Michael, alle Fotos: Marco Poddighe
– Das ist echt die Schärfe: Er liebt es, seine Beute in aller Frühe aufzuspüren und ihr Auge in Auge gegenüber zu stehen. Dann drückt er ab. Marco Poddighe ist einer wie wir, äh – also kein Killer, sondern ein begeisterter Naturliebhaber und Fotografenkollege, der sich mit Vorliebe im Freien bewegt. Während die Schlenderer eher der Kategorie „Sammler” zuzuordnen wären, ist Marco ein Jäger, der seine Motive aktiv aufspürt und sie auf seinem Blog poddi.de zeigt. Am liebsten den Eisvogel.
Und den sucht und findet er ausgerechnet im Sauerland, meinem alten Heimatrevier. Ich Blindfisch! habe dort nie einen gesehen (dafür aber hier im Ruhrgebiet). Die Lenne bei Lennestadt hat Marco intensiv kartiert. „Ich halte sie für den eisvogelreichsten Fluß im Sauerland. Ich könnte Dir jede Bruthöhle zeigen”, sagt er. Das möchten Marco und auch wir Schlenderer aus guten Gründen aber nicht. Diese Plätze werden nur allzu gerne belauert und belagert, wenn sie einer größeren Öffentlichkeit bekannt werden. Marco Poddighe ist nicht umsonst im Eisvogelschutz engagiert und zählt den Naturschutzberater Rolf Thiemann aus Bedburg zu seinem wichtigsten Mentor. „Ich habe schon erlebt, wie mehrere Fotografen mit ihren Stativen drei, vier Meter vor einer Bruthöhle hockten – das ist der k.o. für die sehr empfindliche Brut.” 2014 werde aber auf Grund des milden, fast ausgefallenen Winters ein sehr gutes Eisvogeljahr mit einer hohen Population.

„Ich kann machen, was ich will: An der Lenne habe ich immer einen Eisvogel gesehen”

Marco zog und zieht es immer noch früh in die Natur. „Ich bin ein Draußen-Typ und habe mittlerweile Bekanntschaft mit etlichen Zecken gemacht”, meint der notorische Frühaussteher. Seine Fotos stellt er seit mehr als 15 Jahren ins Netz, seit einiger Zeit hat er auch noch einen (Text-)Blog an die Seite poddi.de angeflanscht.

Noch jede Menge Papierabzüge im Keller

Zur Fotografie hat Marco ein Verhältnis wie ein Raumschiff mit freundlichen Aliens zur Erde, das im Orbit kreist und immer wieder in die Atmosphäre eintaucht. „Ich habe angefangen, es dann wieder sein lassen, wieder angefangen…”, erzählt der 44-jährige Bergheimer, der bei einem Kölner High-tech-Unternehmen als Projektleiter arbeitet. Da er bereits früh mit einer Kamera in Berührung kam, verwundert es nicht, dass er auch noch „jede Menge Papierabzüge im Keller” hat. Papier, echt jetzt? „Ich habe mich zunächst vehement gegen die Digitalfotografie gewehrt und bin erst ein paar Jahre später umgestiegen, als ein Arbeitskollege sagte, er habe mal eben 100 Fotos gemacht”, sagt Poddi. Fotografie als Kostenfrage, ein überzeugendes Argument für Pixel.

Fasziniert von der Makrofotografie

Aktuell fasziniert ihn die Möglichkeit der Makrofotografie, die durch die Digitalisierung der Geräte bedeutend einfacher geworden sei. In seinem Blog stellt auch Objektive vor, aktuell ein Canon EF 100 f/2,8 L Macro IS USM, eine Profi-Linse. Wenn er frühmorgens aus den Federn steigt und im Sauerland mit taunasser Hose im Gras auf den Eisvogel ansitzt, krabbeln oft ebenso lohnenswerte Motive vors Objektiv. „Du peilst ein Insekt an, das Auge einer Fliege und du hast nur einen Schärfebereich von einem 1/10 Millimeter. Diesen Punkt scharf zu bekommen, das ist die Kunst”, sagt Marco. Und wie exakt er den trifft, zeigen wir hier:

Michael_Autor

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