Paris erleben

von Franz (Fotos und Text) – Paris erleben, das heißt unbedingt auch ein Museum besuchen. Wir haben uns für das Centre Pompidou entschieden. Es ist mit seinen außenliegenden Rolltreppen und den bunten Belüftungsröhren ein Architekturwunder des 20. Jahrhunderts. Man muss das große Bauwerk nicht schön finden, aber der Blick von den Rolltreppen und aus den begehbaren Röhren auf Paris ist atemberaubend. Das Nationalmuseum für moderne Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert ist weltweit bekannt und hat einen ähnlichen Stellenwert wie das MoMA in New York.

Wahnsinnspanorama

Wir starten von unserem Hotel am Bassin de la Vilette und staunen schon wenige Meter weiter über die letzte verbliebene Hubbrücke in Paris auf der Rue de Crimee. Sie war die erste hydraulisch betriebene Hubbrücke in Frankreich und wurde 1885 in Betrieb genommen. Wir haben Glück und sie wird gerade für ein Schiff gehoben. Mit der Metro geht es zum Centre Pompidou. Wir müssen nur kurz in einer kleinen Besucherschlange warten und beim Einlass unseren Impfnachweis vorlegen. Dann geht es mit der Röhrenrolltreppe in die fünfte Etage zum Museum, unterwegs ein Wahnsinnsblick auf die Sacre Coeur, den Eifelturm und den Invalidendom. Dafür, dass das Nationalmuseum eine der größten und qualitätsvollsten Sammlungen moderner Kunst beherbergt, ist der Besucherandrang um die Mittagszeit angenehm überschaubar. So können wir die weltberühmte Kunst von Pablo Picasso, Fernand Leger, Robert Delaunay, Joan Miro, Henry Matisse, Alberto Giacometti, Yves Klein, Andy Warhol und vielen anderen entspannt bewundern. Nur ist das Museum so groß, dass mein Hirnspeicher nach einiger Zeit die vielen Eindrücke nicht mehr verarbeiten kann.

Kontrast an der Cathédrale Notre-Dame

Nach einer Kaffeepause auf der Rue Saint Martin schlendern wir zur Seine und genießen den relativ ruhigen Uferweg, immer auf der Hut vor den schnellen Radfahrern. Unterwegs bestaunen wir die großformatigen Fotos, die die Verhüllungsaktionen von Christo zeigen. Wir laufen bis zur Pont Neuf, ruhen uns auf einer Bank in der Sonne aus und wollen dann noch die Kathedrale Notre Dame auf der Ile de la Cite besuchen. Wieder stossen wir auf eine Polizeisperre. Zum Glück, denn dadurch finden wir einen kleinen überdachten und idyllischen Blumenmarkt. Dann öffnet sich der Blick auf die Türme von Notre Dame. Die Kathedrale ist von einem großen Bauzaun umgeben. Auf der nördlichen Seite hängen eindrucksvolle Fotos des Magnum-Fotografen Patrick Zachmann, der den Wiederaufbau nach dem Großbrand von April 2019 dokumentiert, aber auch Fotos vom verheerenden Feuer zeigt. Eine Auswahl von 50 Kinderzeichnungen, es haben sich 6000 Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren beteiligt, zeigt die weltweite Betroffenheit über die Katastrophe. Wir setzen uns auf eine der Steinbänke im kleinen Park vor dem Westportal, wo wir vor fast 25 Jahren nach einem Besuch der Kathedrale mit unseren Freunden und mit unseren Kindern eine Rast eingelegt haben. Unterschiedlicher könnte das Erleben nicht sein.

Den Tag beschließen wir mit einem kurzen Besuch des jüdisch geprägten Marais-Viertels. Es gehört mit seinen vielen coolen Bars und prall gefüllten Restaurants zu den angesagtesten Vierteln in Paris. Leider schaffen wir es nicht mehr auch nur einige der vielen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Für ein leckeres Essen im Restaurant Chez Marianne reicht die Kondition noch. Aber unsere Füße schmerzen und auch sonst sind wir ziemlich platt.  Der nächste Tag in Paris will ja auch noch geschafft werden, also ab ins Hotel.

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