Der Markt und die Dichterin

Von Franz (Fotos) – Die Provence kann auch im Münsterland liegen. Der Markt in Münster vor allem am Samstag ist jedenfalls eine Wucht. Vor dem Paulus-Dom breiten rund 150 Markthändler ihre Waren aus. Vor allem das Blumenmeer zieht die Besucher in ihren Bann. Obst und Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte, Gewürze, Öl und Antipasti, unzählige Käsesorten, Honig, Brot und Kuchen, Fleisch und Wurst, also alles, was der Magen und das Herz begehrt, liegt in seiner bunten Vielfalt vor unseren Augen.

Da wir aber an diesem Tag  noch viel vorhaben, besuchen wir schnell noch den Dom mit seinem Glockenspiel um 12.00 Uhr, schlendern kurz über den Prinzipalmarkt, genießen ein kleines Mittagsmahl bei Pinkus Müller und setzen uns am Schloss Münster, hier haben wir für einen Tagespreis von fünf Euro geparkt, auf unsere Fahrräder. Wir wollen das Geburtshaus der Schriftstellerin und Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, die Burg Hülshoff zwischen Havixbeck und Roxel, und das Haus Rüschhaus besuchen. Es ist keine lange Fahrradtour, insgesamt etwa 25 km über den X4 Wanderweg, aber eine mit viel Kultur.

Grabsteine für 816 Kriegsgefangene

Ein beeindruckender Friedhof am Haus Spital zieht uns in seinen Bann. Er wurde während des 1. Weltkriegs von Kriegsgefangenen angelegt. Sie gestalteten die Grabsteine für 816 Kriegsgefangene des mit 50000 gefangenen Soldaten größten Lagers in Nordwest-Deutschland. Nach Kriegsende wurden viele Leichname in den Heimatländern umgebettet. Auf den jetzt noch vorhandenen Grabsteinen  zeigen Symbole  den Glauben der Kriegstoten, vorwiegend aus der ehemaligen Sowjetunion. Christen, meist orthodoxe, Muslime und Juden und auch ein Inder haben hier jetzt noch ihre letzte Ruhestätte.

Entwurf von Johann Conrad Schlaun

Weiter geht es zum Haus Rüschhaus. Hier lebte Annette von Droste-Hülshoff ab 1826 nach dem Tod ihres Vaters. Es wurde in der Zeit von 1745 bis 1748 nach Entwürfen von Johann Conrad Schlaun gebaut und zunächst von ihm selbst als Sommersitz bewohnt. Bei einer Führung durch einige Räume des Landsitzes erfahren wir viel über das Leben der berühmten Schriftstellerin. Hinter dem Hauptgebäude befindet sich die Parkanlage des Hauses Rüschhaus mit strengen geometrischen Formen. Typisch sind die mit Buchsbaum eingefassten Beete, in denen sich der Bauerngarten befand. Im Park stehen Skulpturen, die die vier Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft darstellen.

In der Burg fehlt ein sachkundiger Führer

Vorbei am Haus Voeding fahren wir zur Burg Hülshoff. Ein bunter Hortensien-Garten erwartet uns am Eingang des Parks. Schade, dass es in der Burg keine Führung gibt und wir nur mit Kopfhörern und von einer monotonen Stimme informiert durch die unteren Räume schlendern können.

Im schönen Burgcafe genießen wir unser Abendbrot und fahren dann über Roxel und am Aa-See entlang zum Schloss Münster zurück.

Franz_Autor

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