Von Franz (Fotos) – Am Rechner sitzen, weil der Lorenz vom Himmel brennt und sich an eine Wanderung in Schweden erinnern, bei der der Regen vom Himmel prasselt. So geht Kontrast! Tochter Thea wandert bei jedem Wetter und behauptet, dass sich im Regen zu regen doch auch Gesundheit und Kraft bringt. Recht hat sie. Also fahren wir von unserem Ferienhaus bei Loftahammar zum Naturreservat Hulöhamm-Vindasen. Schon allein die Anfahrt, mal wieder über eine Schotterpiste, die unsere Tochter so liebt, lohnt sich. Wie macht sie das nur, so schöne Touren auszubaldowern. Des Rätsels Lösung, sie hat schon drei Monate Schwedenentdecken mit ihrem selbst ausgebauten kleinen Wohnmobil hinter sich und ist entsprechend erfahren.
Weichgezeichnete Bilder
Wir steigen also am Wanderparkplatz aus. Thea zieht sich einen Regenponcho über, Muffin und Müsli bekommen eine Art Regenmantel umgeschnallt und ich schlüpfe in eine Regenhose und meine alte Dreilagen-Goretex-Hochtourenjacke. Ich nehme es vorweg, die Jacke ist diesem andauernden Regenwetter nicht mehr gewachsen. Schon nach kurzer Zeit nässt sie durch. Da ist wohl nach immerhin zwanzig Jahren und vielen Rucksacktouren eine neue Jacke fällig. Trotzdem genieße ich die Wanderung durch den „Regenwald“ über wunderschöne Pfade zur felsigen Küste mit getrübtem Blick auf die Schären. Dann aber passiert ein zweites Missgeschick. Die Nässe ist in meine Hosentaschenkamera eingedrungen. Sie will nicht mehr. Gut, dass Thea die „kleine“ Nikon Z50 dabei hat, die etwas besser abgedichtet ist. Ich übernehme die Kamera für die weitere Tour, muss aber ab jetzt ständig die Regentropfen von der Optik wischen und weil ich sie nahe an meinem Körper unter der Jacke trage, beschlägt sie auch noch andauernd. Die Folge sind verschleierte und weichgezeichnete Fotos, was manchen Bildern durch die Verschleierungstaktik sogar gut tut, z.B. das Bild von den lang herunterhängenden Flechten. Mir gefällt es jedenfalls.
Mystischer Flechtenwald
Wie schön und einsam man in Schweden selbst in Tourismusgebieten wohnen kann, zeigt der Blick auf das rote Holzhausensemble von Livehamn. Vor dem Zaun biegen wir links auf den felsigen Pfad zur Küste ab und stehen kurz darauf an einem tollen Aussichtssichtspunkt. Auch wenn der diesige Blick nicht allzu weit reicht, können wir die Schönheit der Schärenküste erahnen. Wir laufen zurück an Livehamn vorbei und stoßen kurz darauf auf eine Bucht mit reizvollen alten Bootshäusern. Dann geht es weiter durch den mystischen Flechtenwald und vorbei an einmaligen Felsformationen. Einfach grandios. Über einen durchnässten Wiesenweg erreichen wir schließlich wieder Theas Camper. Nasse Klamotten aus, Heizung ein wenig an und schon können wir die Rückfahrt genießen. Wir wissen, auf Regen folgt Sonnenschein (hobbymeteolorogische Weisheit).
- Naturreservat Hulöhamm-Vindasen
- Livehamn – Holzhausensemble
- Links zum Aussichtspunkt…
- …über einen Felsenpfad
- Blick auf die Schären
- mystischer Pfad
- Verschwommene Flechten
- Immer wieder putzen.
- Blick auf eine Bucht…
- …mit alten Bootshäusern
- Im Regen stehen gelassen
- Hundsrose im Dauerregen
- Birkenhain
- Rückweg

























