Auf dem Hochkalter-Grat

Von Franz (Fotos und Text) – Nicht nur der Watzmann ruft, sondern auch unser Bergfreund Fred von der DAV-Sektion Dortmund: Wir folgen seiner Einladung, mit ihm Hochkalter und Watzmann im Berchtesgadener Nationalpark zu besteigen.

Fred ist bereits vor Ort und erwartet Martin, seinen Sohn Max und mich. Er hat gerade einen Fachübungsleiter-Kurs des Deutschen Alpenvereins auf der Blaueishütte hinter sich. Am Sonntag reisen wir an und haben einen schweißtreibenden Aufstieg in schwüler Hitze zur wunderschön in einem Kessel über Ramsau gelegenen Blaueishütte.

„Äußerst schwieriger Anstieg“

Wir ahnen noch nicht so ganz, welche Belastung bei der Besteigung des Hochkalter auf uns zukommt. Der Hochkalter wird im Alpenvereinsführer als „äußerst schwieriger alpiner Anstieg“ in der schwierigsten Bergwanderkategorie W6 beschrieben. Der Grat ist 1,5 Kilometer lang, weist Kletterstellen bis zum II. Grad auf und es muss äußerst ausgesetztes Gelände bewältigt werden.

Am Schönen Fleck: Erleichterung

Am Montag machen wir uns frohgemut auf den Weg. Schon von der Hütte aus können wir die Kletterpassage hinauf zur Scharte am Grat, den Schönen Fleck, erkennen. Hinauf geht es über felsiges Gelände und eine steile Schuttrinne. Dann stehen wir vor der ca. 30 Meter hohen plattigen Wand hinauf zum Grat. Gut, dass wir durch Klettern in der Halle auf solche Passagen vorbereitet sind. Trotzdem beschleicht uns ein leicht mulmiges Gefühl, weil wir ja ungesichert hinauf müssen. Aber die Wand bietet steile, aber gut griffige Platten, und erleichtert erreichen wir den Schönen Fleck. Von hier geht es südwärts über Felsblöcke aufwärts. Wir erreichen eine 15 Meter hohe Felswand, die schwierigste Passage des Anstiegs. Auch hier wieder Kletterei im II. Grad.

Der Blick zum Watzmann

Jetzt geht es weiter über einen gut begehbaren Grat hinauf zum Kleinkalter (2513 m). Pause bei schönstem Wetter und Blick hinunter zu den Resten des Blaueiskar. Kurz vor dem Hochkalter (2607 m) müssen wir noch eine kleine Scharte mit Klettereinlage (II. Grad) überwinden. Dann stehen wir auf dem Gipfel und erfreuen uns am grandiosen Rundblick. Alpendohlen gesellen sich sofort zu uns. Sie wissen genau, dass Bergwanderer immer etwas zum Verspeisen für sie übrig haben. Der Blick geht nach Osten zum Watzmann und wir ahnen schon jetzt, was die Überschreitung am übernächsten Tag uns abverlangen wird.

Rückwärts abklettern

Zurück gehen wir über den selben Weg. Die Kletterstellen haben es in sich, weil wir rückwärts hinunter müssen und oft die Tritte von oben nicht erkennen können. Erschöpft, aber auch glücklich, erreichen wir die Blaueishütte und stellen fest, dass wir mit sieben Stunden doch deutlich länger für die Beschreitung des Hochkalter-Grates gebraucht haben, als von uns vorher veranschlagt.

Stay tuned: Eine Beschreibung mit vielen Fotos der Watzmann-Überschreitung folgt.

Franz_Autor

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