Hellefelder Runde

Von Franz (Fotografie) – und Michael (Text) – Womit sollen wir anfangen, mit dem Frust über einen schleppenden Datenbank-Umzug von einem Provider zum anderen oder dem Bericht unserer letzten Tour um Hellefeld? Merde alors!

Jedenfalls war/ist unsere Schlendererseite die vergangenen Tage gar nicht oder nicht komplett zu erreichen. Grund dafür: eine Zwangsmigration zu einem neuen Provider, weil der alte Webspace-Bereitsteller seinen Laden verkauft hat. Telefon-Hotline? Verweist per Ansage auf den Helpdesk, erreichbar per Mail. Reaktion? Man läßt sich Zeit. Kostet unserer Schlenderer-Admin (noch einmal danke) jede Menge Zeit und Nerven, den Rucksack mit Berichten und Fotos zum neuen Anbieter rüberzuzerren. Wir wollen nicht maulen, andere Menschen müssen ihr ganzes Leben migrieren, aus Syrien, aus Afghanistan oder sonstwo aus Kriegsgebieten, wir nur unsere Datenbank.

Buchenstämme, spargel- bis mannsdick

Sturz aus dem Hyperspace auf die Erde, nach Hellefeld. Die Luft: kalt. Der Himmel: wie frisch gespült mit Colorwaschmittel. Alsbald taucht hinter der Hellefelder Höhe Arnsberg in der Ferne auf. Noch einmal merde! Da, bis fast an den Stadtrand, müssen wir hin und wieder zurück. Es geht bergab, die km-Zahl auf unserem Tacho schnellt empor. Woher kommen rundgeschliffene Flusskiesel auf dem Weg, aus der Ruhr? Der Buchenstangenwald – von Spargel- bis Mannsdicke alles dabei, ist noch unbegrünt.

Asphalt gaaanz schlecht für Kröten

Asphalt ist ganz schlecht. Für Wanderer und vor allem für Kröten. Auf einem kurzen Stück auf der L839 zählen wir jede Menge Todesopfer. Die Krötenwanderung hat unbestritten eingesetzt, plattgefahrene Kadaver zeugen davon. Über den Plätzen des Tennisvereins Arnsberg schwebt majestätisch ein Milan, mit schöner, scharf umrissener Zeichnung seines Gefieders, die Handschwingenfedern gespreizt. Wir passen nicht in sein Beuteschema: zu lang. Hinter den Tennisplätzen wird Holz gemacht. Ein Waldarbeiter zerrt mit einem Kran ein Trumm von Buchenstamm über den Asphalt. Ehrfürchtig begreifen wir das abgelegte, fünf Meter lange und mehrere Tonnen schwere Stück. Alles massiv, Mann, wo kommt soviel Holz her?!

Fünflagig, gut gegen Durchgriff

Irgendwann müssen wir wieder Höhe gewinnen. Schnell fliegt der Atem, der Körper heizt an diesem sonnigen Tag auf. Franz wandert, wie immer, beschichtet wie Sicherheitsklopapier: fünflagig, gut zwar gegen Durchgriff, aber viele Klamotten sind einfach hinderlich bei Anstrengung. Mangels Bank pausieren wir auf einem frisch gefällten Fichtenstamm. Die Outdoor-Version von har(t)zen. Das Ding klebt. Ab und zu leuchten gelbe Köpfe am Wegesrand, Huflattich, Wanderautobahn-Begleitgold, denn breit sind meist die Wege. Die Runde ist nicht das, was Franz sich davon versprochen hat. Leute, Franz hadert mit seiner EIGENEN Tour! First time ever! Ein kleiner Feuersalamander auf dem Grund einer tiefen Pfütze mildert seinen Grimm. Er schaut sich das Viech näher an. „Hat Zacken auf dem Rücken“, stellt er fest. Kleiner Drachen, Komodo-Waran, Bartagame? Wir switchen um auf: möglicherweise Kammmolch.

Ich, du, er, sie, es wertschätze/n

Wir wollen die Strecke nicht geringschätzen, aber auch nicht wertschätzen, weil: ein blöder Modebegriff, den die Psychologen erfunden haben, der sich als aktives Tu-Wort in Politiker- und sonstigen Sprech eingeschlichen hat. Ich, du, er, sie, es wertschätzen fünflagiges Toilettenpapier.

Aber es ist wahr, außer Natur gibt’s nix zu gucken; und sie läßt sich Zeit, sich hübsch zu machen für den Frühling. Klar, Frau eben. Man muss sein Tun (rumlaufen im Grünen) nicht ständig hinterfragen. Wir begnügen uns an diesem Tag damit, unterwegs zu sein, für ein paar Stunden fernab von Orten und Menschen.

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Kommentar zu “Hellefelder Runde

  1. Freut mich, dass alles wieder rund läuft. Der Webauftritt der Schlenderer liegt mir genauso am Herzen wie euch. Für die Wiederherstellung der fehlenden Inhalte mussten wohl alle eine Extraschicht einlegen!

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