Erst neblig, dann sonnig im Lieblingswald

Von Franz – Glück ist, wenn man sich aussuchen kann, an welchem Tag gewandert wird. Martin und ich haben uns wieder mal an einem Sahnetag in die Haard aufgemacht. Ja, die Haard mit ihren knorpeligen Eichen, den Kiefern, Fichten, Birken und Buchen und den vielen Farnen liegt mit Sicherheit in unserem persönlichen Wandergebietsranking an vorderster Stelle, zumindest bei den Gebieten in erreichbarer Nähe unserer Heimat.

Schlendern mit griffbereiter Kamera

Am Morgen in Dortmund blauer Himmel über uns. Am Haardrand in Oer-Erkenschwick dagegen ist es neblig. Ich bin begeistert, ein nebulöser Wald kann einiges an Fotomotiven liefern, zumal noch Rauhreif an herbstlich gefärbten Blättern und dem mittlerweile braunen Farn haftet. Schlendern mit griffbereiter Kamera ist angesagt. Bäume und Wanderwege verlieren im Nebel die klaren Konturen. Dann wiederum blitzt die  Sonne über dem Dunst und erzeugt ein herrlich stimmungsvolles Gegenlicht. Auf dem Stimberg verzieren die kleinen Kristalle des Rauhreifs Gräser und Blätter. Auf einer Bank klar umrissene Pfotenabdrücke im Weißen. Wie gemalt. Später finde ich heraus, dass es Katzenspuren sind. Die Quarzitbänke leuchten schön gelb im neblig gedimmten Sonnenlicht.

Magische Stimmung

An der Waldforschungsstation der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten NRW (LÖBF) mit ihren weiß angemalten Buchenstämmen, soll gegen Sonnenbrand schützen, wird der Nebel wieder dichter. Die Sonne wird zu einer kleinen Scheibe im Dunst und erzeugt eine magische Stimmung. Wir laufen auf schönen Pfaden durch weiß gepuderten Farn Richtung Gernequelle. Die gibt es zwar schon lange nicht mehr, aber immerhin steht jetzt wieder eine Bank an der ehemaligen Quelle. Martin zaubert einen selbstgemachten Apfelmohnkuchen aus seinem Rucksack. Das setzt dem bisher Erlebten die Krone auf. Gegenüber hängen an einigen Fichten kleine folierte A4-Zettel mit Fragen an Schlauberger über den zerstörerischen Sturm im Sommer 2012. Keine große Herausforderung für uns.

Sonniges Streifenlicht

Kurz über die Ahsener Allee, dann laufen wir im Zickzack-Kurs Richtung Stimberg zurück. Zickzack auch deshalb, weil die Sonne nun stärker durch das leicht Neblige hindurchscheint, ein wunderbares Streifenlicht im Zauberwald erzeugt und wir durch die vielen Motive immer wieder vom geplanten Kurs abkommen. Die Kameras wandern automatisch in die Hand und an die Augen und haben reichlich zu tun. Die Folge ist eine drastische Reduktion unserer Durchschnittsgeschwindigkeit. So geht Schlendern! Am Wegesrand entdecken wir an einem Ast Haareis und grün leuchtendes Moos mit einem Pilz als Zugabe. Nehmen wir auch noch gerne mit. Wir stellen fest: Nebel und Sonne, was für eine herrliche Kombination.

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