Ein großer Suchtfaktor

Von Franz – Wer hätte das noch vor ein paar Jahren gedacht, dass der Phoenixsee für viele Vogelfotografen einen solchen Suchtfaktor entwickelt. Zur Zeit tummeln sich ja fünf Rohrdommeln im östlichen Schilfgürtel bis zum Aussichtssteg, auf dem die Lichtbildner sehnsüchtig auf fliegende Dommeln warten, die sich möglichst nah im Schilf niederlassen. Ausgelöst hat die „Massenpanik“ eine Meldung von vier gesichteten Rohrdommeln im Vogelbeobachtungsportal Ornitho.de. Süchtig bin ich natürlich auch und so treffe ich einige mir bekannte Gesichter mit langen „Tüten“ (Fotografenjargon für lange Telebrennweiten) vor den Augen im Rohrdommel-Hotspot.

Auch eine Hinteransicht kann entzücken.

Mit der Suche beginne ich wieder östlich vom Jachthafen. Durch das Fernglas erkenne ich die erste Dommel, die breitbeinig an Schilfhalmen geklammert am Wasserrand steht. Auch die relativ großen und kompakten Reiher müssen ab und an ihr Gefieder pflegen. Gesehen und fotografiert, bevor die Dommel im Schilf verschwindet. Nebenan landet eine Rohrdommel im Schilf, streckt und putzt sich, bevor sie mich anscheindend kurz anvisiert. Habe ich aber erst später auf dem Foto so erkannt. Eine andere Dommel startet aus dem Schilf, fliegt von uns weg am Schilfgürtel entlang um die Kurve. Dasselbe passiert noch einmal, so sehe ich die nach hinten ausgestreckten kräftigen Greiffüße. Auch eine Hinteransicht kann entzücken!

Wärmende Sonnenstrahlen helfen gegen die Kälte.

Über uns kreist ein schöner sehr heller Mäusebussard. Drei Gänsesäger machen einen kleinen Rundflug über dem Ostteil des Phoenixsees, bevor sie Richtung Westen weiterfliegen. Eine Schnatterente startet aus dem Wasser und ein Silberreiher watet am Schilf entlang. Kormorane nutzen die wärmenden Sonnenstrahlen auf einem Felsen an der großen Insel. Die wärmenden Sonnenstrahlen habe ich auch genutzt, sonst hätte ich mich nicht so lange am See aufhalten können. Trotzdem schleicht sich nach fast vier Stunden die Kälte von unten in die Knochen. Ein schöner Beobachtungstag mit hohem Suchtfaktor muss dann doch irgendwann beendet werden.

 

2 Kommentare zu “Ein großer Suchtfaktor

  1. Hallo Franz,
    da sind dir heute ja wieder sehr schöne Aufnahmen von den Rohrdommeln geglückt. Schade, dass ich das Glück nicht auch noch hatte. Hoffentlich ein anderes Mal… Aber es waren auch so ein paar schöne Stunden am See mit netten menschlichen Begegnungen.
    Liebe Grüße von Petra aus Hagen

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