Der verhüllte Arc de Triomphe

von Franz (Fotos und Text) – Fast 60 Jahre, nachdem der weltberühmte Künstler Christo mit den Planungen zur Verhüllung des Arc der Triomphe in Paris begonnen hatte, ist seine Idee nun spektakulär realisiert und wir sind „hautnah“ dabei. Im Sommer 1985 haben meine Frau und ich zum ersten Mal die Verhüllungskunst von Christo und Jeanne-Claude im wunderbaren Museum Fondation Maeght im südfranzösischen Saint-Paul-de-Vence kennengelernt. Damals wurde das Projekt der Surrounded Islands bei Miami vorgestellt. Total begeistert kehrten wir aus dem Urlaub zurück. Und dann 1995 die eindrucksvolle Verhüllung des Reichstags in Berlin. Wir könnten uns heute noch in den Allerwertesten beißen, dass wir einen Besuch einfach nicht hingekriegt haben. Hauptursache war wohl meine „Phobie“ gegen Massenaufläufe und Großstädte.

Es wird emotional

Aber jetzt – meine Frau ist diesmal ausgesprochen hartnäckig und meine Gegenwehr nicht allzu stark. Wir besuchen die sehr große Großstadt Paris für zweieinhalb anstrengende aber auch wunderschöne Tage, angefüllt mit einem anspruchsvollen Programm. Zuallererst müssen wir natürlich zum verhüllten Arc der Triomphe. Mit der Metro erreichen wir am späten Nachmittag das Kunstwerk und wir sind nicht die einzigen Besucher. Erstaunlicherweise schaffen wir es aber immer wieder in die erste Reihe am Absperrgitter und können so, nur durch den Kreisverkehr vom Triumpfbogen getrennt, unsere Fotos machen. Wir sind emotional berührt vom mit 25000 qm² Stoff eingehüllten Denkmal. Seltsamerweise verbraucht sich der Zauber von Christo´s Kunstaktionen nicht. Tausendfach wird fotografiert und geselfiet. Schäfchenwolken über dem Triumphbogen und seitliches Sonnenlicht heben die Konturen hervor. Freundliche Touristenguides verteilen, wenn man sie bittet, aus ihren Umhängetaschen kleine Stoffquadrate.

Zur Blauen Stunde

Leider müssen wir zusammen mit allen anderen Touristen nach kurzer Zeit den direkten Bereich um den Triumpfbogen verlassen. Viel Blaulicht kündigt, wie wir erfahren, hochrangigen Besuch an. Unter dem Kunstwerk versammeln sich Veteranen zu einer Zeremonie. Mannschaftswagen der Polizei werden quer als Sichtschutz aufgestellt. Wir beobachten das Ganze von der Champs Elysee, die wegen des hohen Besuchs für den Autoverkehr gesperrt wird. Toll, so können wir uns frei bewegen und auf die Dämmerung warten. Pünktlich zur Blauen Stunde wird das Kunstwerk angestrahlt und hebt sich in grün-grauen Tönen vom dunkler werdenden blauen Himmel ab. Die Konturen werden jetzt noch einmal deutlich hervorgehoben und die silbrigen Polypropylen-Stoffe reflektieren eindrucksvoll das Licht. Was für ein lohnender Besuch! Zum Abschluss laufen wir noch die Champs Elysees hinunter. Luxusläden, Cafes und gut gefüllte Restaurants säumen die Allee. Am Place Franklin D. Roosevelt finden wir eine Metrostation und fahren erschöpft aber glücklich zurück zu unserem Hotel. Am nächsten Tag werden wir das Museum im Centre Pompidou besuchen und an der Seine entlanglaufen. Hier treffen wir noch einmal auf Christo. Auf großformatigen Fotos werden seine weltweiten Projekte gezeigt. Unter anderem die Verhüllung der Seine-Brücke Pont Neuf vor mehr als 30 Jahren.

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