Einfach traumhaft!

Von Franz (Fotos) und Michael (Text) – „Boah! Das Licht ist genau richtig und der Nebel so schön“, schwärmt Franz schon kurz hinter dem Ortsausgang von Visbeck. Nicht nur, weil obendrein die Sonne scheint, wird es eine richtig gelungene Tour.
Denn auch die Landschaft in dieser Ecke des Sauerlandes ist wunderschön. Die Wiesen stehen noch voll im Saft, kurz gemäht, fast wie getrimmt. Über den grünen Sättel wehen zartduftige Schleier. Wir genießen die Großzügigkeit der langen, weiten Täler. Abzüge in der Kür gibt es allenfalls, weil das Landschaftsstillleben mit einem Mahlen und Rumpeln der Steinbrüche hinter Berge unterlegt wird.

Das Dorf – ein Schmuckstück

Oberhalb von Altenhellefeld liegt die kleine, feine Wacholderheide Hermscheid. Borstgrasrasen mit Harzer Labkraut, Blutwurz, Feld-Hainsimse und Dreizahn sollen auf dem umzäunten Areal wachsen. Um das Jahr 2000 herum hat man der bedrohten Existenz der Heide mehr Augenmerk geschenkt. Die erhoffte Naturverjüngung trat indes nicht ein, weshalb Neuanpflanzungen unter Rückgriff auf die Forst-Genbank des Landesbetriebs Wald und Holz in Arnsberg-Obereimer getätigt wurden. Das Dorf selbst ist ein Schmuckstück, gepflegte, gut erhaltene Fachwerk- und Bruchsteinhäuser mit großen Bauerngärten prägen das Ortsbild.

Selbst geführter Sauerteig

Im Ort weist weist ein Schild auf dem Bürgersteig auf den Hof von Ursula und Karl Wintz: Donnerstags frisches Holzofenbrot. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen. Wintz ist Rheinländer aus Kreuzau und kam 1964 nach Altenhellfeld. 88 Jahre alt, 60 Jahre Bäckermeister und er findet noch immer kein Ende. Der Sauerteig fürs Brot ist selbstgeführt, hinein kommen zu ungefähr einem Drittel Vollkorn-Roggenschrot, Roggen- und Weizenmehl. „Ich stehe morgens um 2 Uhr auf und heize den Ofen an, das braucht vier Stunden“, sagt er.

„Wild aufgesprungene Kruste”

Gestocht wird der fahrbare Holzofen mit drei Jahre abgelagertem, knochentrockenem Buchenholz. „Die Scheite verbrennen fast ganz, es bleibt nur wenig Asche übrig“, sagt Ursula Wintz. Sie besitzt übrigens die schönsten Dahlien von Altenhellefeld, wie ihr die Nachbarn immer wieder bestätigen. Sie düngt mit Guanopulver. Wir sacken drei von den 35 Broten, die Karl Wintz donnerstags backt („kräftige, wild aufgesprungene Kruste, würziger Geschmack“) sowie ein paar saftige Stücke Streuselkuchen ein und ziehen weiter.

Bänke, genau richtig platziert

Wir steigen zu den Visbecker Niederwäldern hoch, Hauwald, durchsetzt mit Erika, ein Anblick zum Niederknien. Das muss Franz auch machen, um die blühende Heide zu fotografieren. Licht ist es hier, weil die Bäume alle 15 bis 30 Jahre auf den Stock gesetzt werden und mehrstämmig wieder hochwachsen. Ein Kraftort, an dem Moose und Flechten gedeihen, Blau- und Preiselbeeren und zum Entzücken der Sammler auch Birkenpilze. Oben auf dem gelichteten Kamm steht genau 1 Bank richtig. Wir futtern den Streuselkuchen und können uns nicht losreißen von den Ausblicken bis hinüber nach Berge. Kaum 200 Meter stehen genau 2 weitere Bänke richtig. Waldliegen, wie sie vom Rothaarsteig her bekannt sind, wieder mit Superausblicken in die Caller Schweiz und man möchte gar nicht weg von diesem Platz bei diesem schönen Altweibersommertag.

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