Kaum Sicht in den Ahsewiesen

Von Franz (Fotos) – So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Erwartet hatte ich einen schönen Sonnenaufgang in den Ahsewiesen, aber je weiter ich nach Osten fuhr, desto suppiger wurde es. Macht nichts, eine schöne Nebelstimmung hat ja schließlich auch etwas. Vom Aussichtsturm, in diesem Fall ist der Name eben nicht Programm, mache ich mich auf den Weg. Im Nebel tauchen schemenhaft die Bäume auf, ein Baumgerippe bildet den Vordergrund. Dann leuchtet die Sonne kurz milchig durch den Dunst. Rehe und Hasen überqueren die Straße Hacheney. Der schöne mit einem Triller endende Ruf des Brachvogels ist über den Feuchtwiesen zu hören. Dann fliegt der große Watvogel über die Straße und lässt sich auf der anderen Seite in einer Wiese nieder, endlich einmal in schöner Nähe zu meiner Kamera. Der Kuckuck ruft unentwegt, zu sehen ist er nicht. Dann über mir eine Flugbewegung, die ich gerade noch wahrnehme. Ein Kuckuck quert das Feuchtgebiet.

Paarbildung bei den Neuntötern

An der Beobachtungshütte sitzen Bänderschnecken auf Wilden Karden, eine leuchtet sogar in zartem Rot. Der Nebel lichtet sich ein wenig. Ein Sumpfrohrsänger singt sein abwechselungsreiches Lied. Auf dem Teich dümpelt eine Löffelente. Stare fliegen mit Würmern im Schnabel ihr Nest an. Ein Graureiher schnappt sich einen Kammmolch. Auf dem Rückweg entdecke ich auf niedrigem Gebüsch ein Neuntöterpärchen. Hoch im Baum schaut mich eine Schwanzmeise über die Schulter an. Im Gebüsch sitzt eine weiß gefärbte Amsel, seltener Anblick.

Rehkitz auf staksigen Beinen

Ich statte noch kurz der Disselmersch einen Besuch ab. Über die Wiese zieht ein Reh mit ihrem Kitz. Das Kitz folgt der Mutter und stolpert dabei über die langen Beine und kann nicht mehr mithalten. Die Mutter kommt zurück und gemeinsam ziehen sie weiter. Fünf Jungstörche sitzen mit einem Altstorch auf ihrem Horst in der Nähe der Aussichtshütte. Gelegentliches Flügelschlagen mit dem noch flaumigen Gefieder kräftigt die Muskulatur.

Gesang aus dem Himmel

Auf dem Rückweg fahre ich zum Kleiberg südlich von Soest. Ein schönes Neuntöterrevier. Auf einem kahlen Ast sitzt ein Baumpieper, der mit vollem Schnabel sein Nest ansteuern möchte, aber sich von mir ein wenig irritiert zeigt. In der Weidelandschaft zwitschern Feldlerchen. Gelegentlich steigt ein Männchen auf, sein Gesang scheint dabei aus dem Himmel zu kommen, weil sie in großer Höhe kaum noch zu sehen sind. Sehr schnell überfliegt noch ein Greifvogel die große Wiesenlandschaft, erst im Nachhinein finde ich heraus, dass ich einen Wespenbussard fotografiert habe. Meine erste Sichtung. So sind aus dem anfänglich „trüben“ Tag doch noch schöne Beobachtungsstunden entstanden.

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