Wandern mit tagespolitischem Senf

Von Franz (Fotos) und Michael (Text) – „Ein dicker Hund!“ schimpft Franz. Katastrophe wäre das angemessenere Wort für das, was sich am Vortag in Thüringen ereignete. Politiker von CDU und FDP haben, im Schulterschluss mit der rechtsradikalen AfD, die deutsche Gesellschaft wieder in einen braunen Abgrund schauen lassen.
Ein Ministerpräsident einer Minderheitenpartei (gerade über 5 % und ein paar zerquetschten Stimmen), der sich von einem ausgewiesenen Faschisten zur Wahl gratulieren lässt. Deshalb fielen unsere Kommentare zu Beginn unserer Tour rund um Valbert entsprechend deftig aus. Als Portal für antifaschistisches Wandern dürfen und müssen wir unseren tagespolitischen Senf zu diesem unerhörten Vorgang geben.

Braunes Schmierentheater

Ein unermesslicher Schaden für die Demokratie, diese Thüringer Politiker haben wirklich nichts begriffen. Wir sehen zu was Politiker in der Lage sind, wenn es ihnen nur um die Macht geht. Widerwärtig! Und der letzte Akt in diesem braunen Schmierentheater ist noch nicht absehbar.
Die Strecke bekommt dann aber auch noch was ab. Der Jagdhornweg, angereichert mit historischen Vertelleken, verläuft hauptsächlich auf Asphalt und führt uns zunächst auf den Galgenberg, was wir mit ebensolchem Humor quittieren. Immerhin kann man von hier gut und weit gucken.

Hier wächst jede Menge Haareis

In Freisemicke biegen wir links ab Richtung Nordhelle und weg vom Teer. Sieben Rehe äsen in Mutterseelenruhe auf einer Wiese und lassen sich auch von unserem Erscheinen nicht beeindrucken. Schnee liegt hier nicht, dafür aber wächst Haareis auf feuchtem Totholz. Haben wir das Phänomen schon mal erklärt? Damit haarfeine Fäden entstehen, braucht es das Myzel winteraktiver Pilze, die Gase produzieren und das Wasser aus dem Holz drücken. Wikipedia weiß ganz genau, wie Eiswolle entsteht, guckst Du hier.
Der Königsfarnweg ist einem Neigungsstück ganz schön ausgewaschen worden vom Wasser. Bach im Weg, könnte man fast sagen. Weiter oben wechseln wir auf eine verschneite Loipe; nicht, dass sie wintersportmäßig bespielbar wäre. Die Nordhelle ist verwaist, außer Technikern des WDR treibt sich rund um die große Antennenturmanlage niemand herum.

Aus Liebe zur Fliese

An einer knotigen, moosigen und mächtigen Buche vorbei steigt man herunter zu den Ebbemooren. Das Schild „Achtung, Rutschgefahr“ trägt seine Warnung zu Recht. Die Holzplanken des Steges, der über die Nassfläche führt, ist verharscht, darunter nass und somit extrem rutschig. Wollgras und andere Spezialisten der Hochmoore wachsen jetzt natürlich noch nicht.
Was bleibt von Valbert? Teilchenbeschleuniger sollten ins kleine Café Schmidt einkehren; sehr gutes Hefegebäck! Und der schöne Werbespruch eines örtlichen Badausstatters: „Aus Liebe zur Fliese Aloise“.

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