Kleines Nashorn im Dortmunder Zoo

Seit einem Monat tollt eine junges Breitmaulnashorn durch das Gehege im Dortmunder Zoo. Am Ostermontag lag ein dickes Osterei im Nest von Mutter Shakina, die die Pfleger um 7 Uhr in der Früh mit einem warnenden Schnauben begrüßte. Vorsicht, gallige Mutter, die auf ihr Kind aufpasst! Seit Mitte Mai darf das Nashorn-Mädchen ins Freigehege.

Für das Team um Zoodirektor Dr. Brandstätter ist die Geburt des noch namenlosen Nashorns – großzügige Sponsoren dürfen das Tier taufen – ein großer Zuchterfolg: es ist der erste Nachwuchs eines Breitmaulnashorns in Dortmund. Die Schlenderer führten ein E-Mail-Interview mit Frank Brandstätter.

Warum ist ein separates Mutter-Kind-Gehege notwendig?

Da sich auch in der Natur Nashornmütter, die ein Kind erwarten, von der
Gruppe absondern und das Jungtier alleine großziehen, bieten wir auch im
Zoo die Gelegenheit hierzu. Vor allem ist darauf zu achten, dass der Bulle
nicht in die Nähe der Kuh kommt, um zu vermeiden, dass dieser erneut zur
Fortpflanzung schreiten will und dabei das Jungtier verletzt oder die
Aufmerksamkeit der Mutter abgelenkt wird.
Die Separierung der „Mutter-Kind-Einheit“ dauert bis fast zur nächsten
Geburt (ca. zwei Jahre).

Wie muss man sich, mmmmh, die Zeugung vorstellen?

Die Paarung kann sehr lange dauern (bis zu anderthalb Stunden). Der Bulle
reitet auf und führt seinen (bis zu 1 m langen) Penis ein. Es kommt alle
paar Minuten zu Samenergüssen. Solange der Bulle aufreitet, bleibt der
Geschlechtskontakt erhalten. Eine Paarung erfolgt maximal einmal pro Jahr
und Weibchen.

Wann bekommt das Nashorn-Mädchen sein Horn?

Das Horn wächst von Anfang an. Bereits wenige Tage nach der Geburt zeigt
sich eine Auswölbung und das Horn wächst kontinuierlich mit.

Auch eine zweite Kuh ist trächtig?

Ja. (Anm. der Schlenderer: Es handelt sich um die Nashorndame Jasira)

Bitte umreißen Sie kurz den Zuchterfolg und die Bedeutung für den Dortmunder Zoo.

Breitmaulnashörner, nach dem Elefanten die größten landlebenden Säugetiere,
gehören nach wie vor zu den selteneren Tieren in Zoologischen Gärten. Alle
fünf Nashornarten sind vom Aussterben bedroht. Neben der Zerstörung ihrer
Lebensräume ist es nach wie vor die Jagd nach dem „Horn“, die sich
dramatisch auf die Nashornbestände in Afrika und Asien auswirkt. Gemeinsam
mit dem Tierschutzverein Groß-Dortmund habe ich daher seinerzeit den Bau einer neuen Nashornanlage
durchgesetzt. Ziel war es, eine funktionierende Zucht von
Breitmaulnashörnern im Zoo Dortmund zu etablieren. Mit der Geburt des
Nashornmädchens an Ostern 2014 werden nicht nur diese Bemühungen mit Erfolg
gekrönt. Darüberhinaus ist dies der erste Nashornnachwuchs im Zoo Dortmund
und auch überregional als bedeutender tiergärtnerischer Erfolg zu werten.

Der Zoo im Netz

Franz_Autor Michael_Autor

 

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