Frisch geschlüpft

Von Franz (Fotos) und Michael (Text) – Wii gaiet di? Wichtige Frage nach einem beharrlichen Hüsterchen (aka hartnäckige Bronchitis) und noch wichtiger, die Antwort darauf: Seit letzter Woche wieder gut. Na dann, auf zum Lattenberg in den Arnsberger Wald.
Hier, nahe des Waldgasthauses Schürmann, gibt es viel Wald, anfangs mit viel, mit sehr viel Laub, was einen an ein Gedicht von Heinz Erhardt erinnert: „Ich geh im Urwald für mich hin – wie schön, dass ich im Urwald bin. Man kann hier noch so lange wandern, ein Urbaum steht neben dem andern. Und an den Bäumen, Blatt für Blatt, hängt Urlaub. Schön, dass man ihn hat.“

Skelettierte Fichten

Gesunde, grüne Buchen und Eichen überdecken die Tatsache, dass es um den Wald in NRW nicht gut bestellt ist (siehe vorherige Berichte). Nach und nach gehen vitale Laubfarben in das fahle, kranke Braun der Fichten über. Auf großen Flächen haben Buchdrucker und Kupferstecher gewütet, skelettierte Fichten ragen auf wie rostige Bürsten, am Wegesrand große Polter Kalamitätsholz.

Hintern drauf, Franz?

Es gibt im Arnsberger Wald aber auch Bereiche, in denen gesunde Nadelbäume mit Absicht entnommen werden. Entlang der Lüttmecke und der Großen Schmalenau ist Auwald gewollt und werden seit einiger Zeit im Rahmen des LIFE-Projekts bachtaeler.de Schwarzerlen angepflanzt. Kaisermantel und Schillerfalter lieben Auenwald. Die Große Schmalenau führt wieder richtig Wasser, es drängelt und gurgelt und schlängelt sich in den unglaublichsten Kurven bachabwärts. Auch Rehe lockt das Bachtal an. Ein schrilles Fiepen und vier Rehe springen auf und davon. Franz, hast Du die weißgetupften Hintern drauf?

Steinpilze, frisch geschlüpft!

Vom Bachlauf weg führt ein Teil der „Waldroute“ über einen vorbildlich angelegten Pfad. Dann. Ein Schrei! Triumphierend reckt M. die Arme in den Himmel wie Klopp nach dem Gewinn der Champions-League. Steinpilze, frisch geschlüpft, endlich, nach einem bitteren Pilzjahr 2018. Es folgen weitere Prachtexemplare, einen Bilderbuch-Steinpilz kann sogar Franz nicht übersehen. Der Pfad verlockt zum Schlendern, Birkenpilze und Maronen in Fülle erbieten sich dem Jäger an. Saftige Moose und Grase fließen einen Abhang hinunter, ein grüner Bach, wie von einem Landschaftsgärtner modelliert. Hier kann man zig Augenblicke verweilen, Faust, alle sind so schön.

Nix mehr heil

Doch immer wieder zerstören vom Borkenkäfer heimgesuchte Nadelwälder die stille Idylle. „Hier ist ja nix mehr heil“, meint Franz. Fachleute gehen davon aus, dass die Trockenschäden zweier Dürresommer erst im kommenden Jahr ihr volles Ausmaß erreichen. Meine Herren, wie wird das dann wohl aussehen hier?

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