Lost around Arnsberg

Von Franz (Fotos) und Michael (Text) – Die Wanderung beginnt mit gegenseitigen Komplimenten zur jeweiligen Solo-Tour in der vergangenen Woche: „Schöner Bericht über den Schnadegang in Melbecke!“ – „Geile Bildstrecke über das Birdrace in Dortmund!“
Franz, das darf man hier in aller Offenheit sagen, hat ein wohl seltenen Augenblick festgehalten: Er hat ein Kiebitzpaar beim Vögeln fotografiert. Pornös, das.

Auf den Wegen von „Mr. Pfade”

Heute aber warten andere Ansichten auf uns. „Mr. Pfade“, wie er auf der Wanderplattform outdooractive ehrfürchtig genannt wird, hat rund um die Stadt eine Strecke ausgefuchst, die zu 50 Prozent aus schmalen Wegen bestehen soll, und Franz hat sie auf seinem Schmartfon gespeichert. Von der Ruhr stemmen wir uns in die Altstadt hoch. Es türmt hier, ganz erheblich. Lichtturm mit Camera obscura, Grüner Turm: Von den acht Türmen auf der einstigen Stadtmauer sind vier noch erhalten. Enge Stiegen, Ahnungen des Mittelalters hier und da, oben die Reste des Schlosses und schöne Ausblicke über die Stadtteile Arnsbergs.

Im grünen Schlauch

Unterhalb des alten Schlosses führt ein von Buchen-, Schwarzdorn- und Efeuhecken gesäumter Pfad durch planlos angelegt wirkende Schrebergärten, die sich ein freies Plätzchen am Schlossberg gekrallt haben. Muss schön sein, hier oben ein Eckchen zum Krosen zu haben. Urplötzlich materialisieren wir aus dem grünen Schlauch in der Jetztzeit moderner Architektur.

Peilung verloren

Doch immer wieder ruft Franz: „Schöner Pfad!“. Irgendwo hinter, neben oder abseits der üblichen Wege. Um solche Ecken zu kennen, musst Du hier geboren sein, oder, Mr. Pfade? Wir laufen und schlören um Arnsberg auf Wegen, die man auf dem Atlas nur unter dem Mikroskop erkennen kann. Mittlerweile habe ich die Peilung verloren, so sehr kann man auf diesen Pfaden in und um Arnsberg verloren gehen. Wo, zum Teufel, sind wir jetzt? Franz muss seinen Kompass (Schmartfon) öfter zücken, als ihm lieb ist, um die gespeicherte Tour abzurufen.

Zum Schluss Guss + Graupel

Irgendwo kommen wir an der Hauptgeschäftsstelle des Sauerländischen Gebirgsvereins heraus, der Mutter aller Rudelwanderer. Dann stehen wir am weißen, weithin sichtbaren Kapellchen zu Ehren des königlichen Forstrates Ernst Ehmsen, dem Vater des SGV. Ehmsen rief anno 1890 zur Gründung des Vereins auf. Von seinem „Flüsterhäuschen“ wie das Denkmal genannt wird, haben wir erneut weite Ausblicke auf Arnsberg.

Zum Schluss erwischen uns auch noch Guss + Graupel. Prinzipiell ist gegen Regen im Frühjahr nichts einzuwenden; aber muss er während unserer Wanderung fallen? Auf pfeuchten Pfaden strolchen wir weiter.

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